Geschrieben in Oma Martha am 10/28/2010 11:23 pm von Maus
Omas Kochrezepte aufzuschreiben ist etwas das mir schon seit Jahren ein Bedürfnis ist. Immerhin habe ich endlich damit angefangen.
Sie hat mir ein handgeschriebenes Heft hinterlassen.
Für die Oma ist Essen immer ein sehr wichtiges Thema gewesen.
Großgeworden ist sie in der Landwirtschaft und lernte von Kind an die ganze Familie zu bekochen.
Auch in den Kriegsjahren ist das Essen und beschaffen von Nahrungsmittel das wichtigste Thema gewesen.
Oma hat ihren Garten geliebt und einen Keller voll mit eingekochtem Obst, Marmeladen und Bohnen gehabt.
Sie hatte sieben Kinder, der Opa bekam das Fleisch und später jeder seine Extrawurst.
Oma hat immer versucht es allen Recht zu machen.
An jedem Wochenende hat sie Kuchen gebacken.Sie buk eine Hälfte des Käsekuchens mit Rosinen und die andere ohne, wenn es sein musste.
Auch als die Kinder aus dem Haus waren hat sie noch für deren Wohl gesorgt.
Wer aus dem Urlaub kam bekam einen Tuppertopf mit Nudelsuppe. Die Nudeln waren natürlich selbstgemacht.
Manchmal hat sie morgens um sechs bei mir angerufen und gefragt ob ich abends zum essen kommen will oder hat mir etwas mitgegeben.
Ich nun wieder war die, die auch im übertragenen Sinne immer gegessen hat was auf den Tisch kommt. Aber das ist ein anderes Thema.

Geschrieben in Oma Martha am 07/27/2010 11:09 am von Maus

Schaue immer noch hoch zu ihrem Balkon und wundere mich sie dort nicht stehen und nach den Autos gucken zu sehen.
Oder mir einen Schlüssel aus dem Fenster zuzuschmeißen. Eingewickelt in einen Putzlappen, damit er nicht verloren geht.
Bring noch was Kompott mit, aus dem Keller. Dazu gab es Vanille Pudding von Dr. Oetker. Aus einer sternchenförmigen Tupperform.
Geschrieben in Oma Martha am 11/01/2009 09:46 pm von Maus
Martha am ersten November 1945
Wenn ich ein Vöglein wäre..
Dann hätte ich in der Zeit die so verworren
meine heißgeliebte Heimat nicht verloren.
Ich könnte wohnen in Schlesiens Wäldern
Könnte mich laben an Schlesiens Feldern.
Meine wäre die Luft immer und in den Lenzen
kein Hindernis gäb es, keine Sonnengrenzen .
Ich flöge hin zu meinem heimtlichen Ort
zum Verdruss erblickte ich lauter Fremde dort.
An meinem schönen Herd stand eine fremde Frau.
Fremde Kinder in den Betten, sah es genau.
Ich drehte mich um und flog wieder zurück.
Ich konnte nicht mehr sehen mein zerstörtes Glück.

Geschrieben in Oma Martha am 11/01/2008 03:03 pm von Maus
Das hat sie 1945 geschrieben,- in Oldenburg,- vertrieben aus Gleiwitz in Schlesien.
Letzes Jahr waren wir nach dem Traditionellen Friedhofsgang noch bei ihr und haben Kartoffelsalat und Kabanossa von Magiera,(dem besten schlesischem Metzger in Wuppertal) gegessen. Zum Friedhof konnte sie nicht mehr. Aber all die Jahre zuvor mit den kaputten Knien und künstlichen Hüften hat sie sich den Weg noch gemacht.
Allerheiligen
Der Tag war Euch geschenkt, im heimatlichen Ort
die ihr ruhet in Gottes friedlichem Acker dort
Verlassen und öde ist die Städte Eurer Ruh
Es schmückt sie kein Blümchen,- kein Tannenzweig deckt sie zu.
Uns hat man ausgewiesen, sind weit von Euch fort.
Wir standen so gerne an Euerm Grabe dort.
Dann fehlte kein Tannenzweig, kein einzig Lichtelein
Der Himmel erglühte immer im Lichterschein.
Wir können die Schritte nicht zu Euch lenken
Eins können wir doch, Eurer im Gebet gedenken.
Martha Mansfeld
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