Die Oma
Geschrieben in Allgemeines am 11/18/2010 09:19 am von Mausliegt jetzt schon seit drei Jahren auf dem Friedhof.
liegt jetzt schon seit drei Jahren auf dem Friedhof.
Manchmal drang lauter Gesang durch die Wand, irgendwelche Kirchenlieder. Manchmal ein Streitgespräch. Er telefonierte und erhob seine Stimme. Worte, die keinen Sinn ergaben.
Die Wände sind so dünn das ich ihn ab und zu schnarchen hörte.
Ein paar Mal habe ich ihn im Bus bemerkt, ihn nicht angeblickt weil ich Gespräche mit Fremden scheue. Er ist gekleidet wie ein Kirchenmann.
Der eingebildete Priester. War er wirklich für die Kirche tätig?
Hab mal gehört das er in der Kneipe das Bier gesegnet haben soll. Dabei ist er dann irgendwann mal die Treppe hochgefallen und hat sich ein Bein gebrochen.
Ich gehe allen aus dem Weg, nicht nur ihm.
Er selber war auch bemüht keinem zu begegnen. Passierte es dennoch reichte er mir seine schwammige, kraftlose Hand.
Der Mann der Kirche. Einmal stand er abends um halb 11 mit einem halben Päckchen Aldi Kaffee vor meiner Tür. Hat mir erzählt das er noch nie eine Frau berührt hat und welcher Bischof in welcher Sprache sprechen kann.
Irgendwann ist er mal umgefallen. Jemand der ihn besuchen wollte hat es gemerkt. Eine Polizistin hat ihn mit einer Scheckkarte aus seiner Wohnung befreit.
Er wollte aber nicht ins Krankenhaus. Der Herr würde ihn schon zum rechten Zeitpunkt holen, hat er gesagt.
Ostern hat es im ganzen Hausflur gequalmt. Es war kein Osterfeuer, er hat sich etwas zu Essen gemacht und sich dann hingelegt.
Glücklicherweise hat eine Nachbarin etwas bemerkt.
Wenn Besuch da ist riecht es im Hausflur nach Weihrauch. Vermutlich soll der Weihrauch böse Geister vertreiben.
Hab ihn mal abends gesehen, da ist er in eine Parkanlage gefahren um Blumen zu klauen. „Ich liebe Blumen,“ hatte er mir gesagt. „und ich liebe Kerzen.“
Da war mir doch ein bisschen komisch und ich habe mir einen neuen Rauchmelder gekauft.
Zwei Tage hat er gelegen bevor es jemand gemerkt hat. Er ist umgefallen und konnte nicht mehr aufstehen.
Gut das es die Art von Nachbarn gibt, die ihre Nasen überall hineinstecken und alles mitbekommen! So eine hat es glücklicherweise gemerkt.
Ein merkwürdiger Geruch dringt aus der Wohnung. Eine undichte Leitung hat den Fussboden über Jahre aufgeweicht und die Feuchte ist bis in den Keller gedrungen.
Alles voller Tabletten und leeren Flaschen sagen die Leute.
Seine Möbel sind mit dem Sperrmüll gegangen. Auch eine Kiste mit Büchern, Bibeln und Heiligenbildchen. Eine Kiste in der er sein ganzes verkorkstes Leben aufbewahrt hat.
Eine kleine Taschenbibel hab ich mir weggenommen, und ein Heiligenbildchen.
Er ist jetzt im Altersheim. Keinen interessiert es.
Auch auf steinigen Pfaden blühen Blumen (Irmgard Erath)
Mausding hat jetzt ein kleines Forum. Dieses Forum ist als Selbsthilfeforum gedacht.
Manche Dinge werden leichter, wenn man darüber spricht, bzw. schreibt. Manchmal finden auch Andere Lösungen auf die man selber nicht kommt.
Es gibt einen öffentlichen Teil der jedem zugänglich ist, der sich anmelden mag.
Es gibt einen privaten Teil der nur auf Anfrage zugänglich ist.
Hier möchte ich einen Herrn zitieren dem ich neulich begegnet bin:
Er sagte: „Ich saß zu Hause und dachte der Regen fällt nur auf mich und nun merke ich es regnet überall.“
Vielen Dank an alle die Lust haben mitzumachen!
Vielen Dank an KingKröte!!!
Vielen Dank an Oderwat der mir geholfen hat das Forum hier so schnell anzubauen!

Anne Ecke ist ein Sims.
So ein Sims schläft, isst, räumt die Küche auf, arbeitet, schläft isst, duscht,
räumt die Küche auf, fährt zur Arbeit, arbeitet, duscht, und arbeitet noch mehr um sich Sachen kaufen zu können, und schläft,isst, arbeitet, und muss sich auch immer beeilen weil der Tag so schnell um ist.
Warum kommt mir das so bekannt vor?

Meine Mutter hat mir aus dem Urlaub einen Schneeflockenobsidian mitgebracht.
Und
„ich hab da mal im Internet recherchiert“
Er ist ein Kraftstein, der Sicherheit, Klarheit und Entscheidungskraft gibt und vor falschen Freunden, negativen Gedanken (von außen), Menschen die schlechtes wollen, Neid und Missgunst schützt.
Schon aus der Steinzeit gibt es Überlieferungen, in denen der Obsidian als Werkzeug, Pfeilspitzen und Messer diente. Doch im Laufe der Geschichte gewann der Obsidian die Bedeutung, ein Vermittler der Realität zu sein. Er sollte seinem Träger die Sicht – versperrt von Wolken – klären und und zum Erkennen der Wirklichkeit führen.
?
Ich finde das meine Mutter da eine gute Wahl getroffen hat und schau dann mal was mit dem Stein und mir so passiert.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag
hat sie gesagt, einfach so, lächelnd
und dadurch hat sie ihn mir erhellt.
Und dann sah ich den:
Ein Berg
von einem Mann,
bärtig wie Rübezahl..
(kenn ich nicht, war der bärtig?)
mit seinem dunkel kläffendem Schäferhund,
wenn ich die beiden gesehen habe
wechselte ich die Straßenseite…
heute mit einem Dackel,
3o Kilo oder so verloren,
und er nur ein Schatten seiner Selbst.
Was ist passiert?
Keine Ahnung.
Ich nahm das Lächeln der Frau und gab es weiter.
Freundlichkeit ist etwas das sich vermehrt wenn man es verschenkt.

Wenn man sich mal so umguckt hat dieses Thema eine ganze Menge zu bieten,- der Bedarf scheint da zu sein.
Mir fehlt eigentlich noch das Buch Selbsthilfe zur Selbsthilfe.
Man muss sich diese Bücher nur lange genug neben das Bett legen.
Barbara Berckham Judo mit Worten
Bärbel Mohr Bestellungen beim Universum
Barbara Foster Rezepte für Keiner liebt mich Tage
Doris Wolf Ab heute kränkt mich niemand mehr
Sergio Bambaren Der träumende Delphin
Bloom-Coburn-Pearlman Die selbstsichere Frau
Francois Lelord Hercors Reise: Oder die Suche
nach dem Glück
u.s.w.
kommt durchaus irgendwann wieder, überall wo ein Stückchen freie Erde zu finden ist.
In diesem Fall nicht tragisch, sogar noch sinnvoll zu verwenden.
Löwenzahn ist gar nicht giftig, wie man ihm nachsagt, man kann daraus z.b.Löwenzahnkapern,
Löwenzahnkaffee und Löwenzahnwurzel-Korn machen.
http://www.pageballs.com/ueber-leckere-brennesselsuppe

P.S. Bild ist geklaut von Oderwat
Jahrelang Überstunden in einem ungesunden Betriebsklima. Berge von Arbeit die jeden Tag hereinkamen. Feierabend erst wenn das Tagesgeschäft erledigt ist. Jede Erkältung wurde in der Firma auskuriert. Dafür war dann im Urlaub endlich Zeit die Krankheiten auszukurieren. Hab immer schön alles mitgemacht. Zu Hause geht es dann ja auch noch weiter.
Irgendwann sind die Grenzen überschritten, der Körper oder die Seele hat einfach keine Reserven mehr auf die er zugreifen kann. Der Akku ist leer und das kann kein Wochenende mehr reparieren. Auch der Urlaub reicht nicht mehr um den Tank aufzufüllen.
Viele sagen das sie nach dem Burn-Out nie mehr die Alten geworden sind. Man ist einfach nicht mehr belastbar.
In den Zeitungen steht das 25 % der Bevölkerungen an Krankheiten der Psyche leiden. Irgendwas stimmt da doch nicht, oder?
Ja, ich spreche von mir.
Eines Tages funktionierte mein Arm einfach nicht mehr. Mein Kopf wollte weitermachen wie gewohnt. Der Körper hat sich einfach geweigert.
Jede Kleinigkeit hat mich zu unkontrollierbaren Heulkrämpfen gebracht. Ein Kuchen der auseinanderbröckelte, ein verschwundener Schlüssel. Selbst eine rote Ampel hat mich zum Weinen gebracht.
Lange Zeit war mir gar nicht klar was da mit mir passiert. Ich bin etwas gereizt, überempfindlich dachte ich.
Natürlich werde ich irgendwann wieder funktionieren.
Aber ich bin wie eineTasse der man den Henkel mit Alleskleber angeklebt hat. Der Knacks ist da.
Einmal zu fest angestossen und schon bricht der Henkel wieder ab.
Passt auf Euch auf!